Schäuble-Sprecher bezeichnet Karikatur als „widerwärtig“

Schäuble-Sprecher bezeichnet Karikatur als „widerwärtig“

Wenn Prophet Mohammed in erniedrigender Form in Zeitungen und der türkische Ministerpräsident in deutschen Schulbüchern als Hund karikiert werden, laufen unsere Politiker als „Verfechter der Meinungsfreiheit“ zur Höchstform auf. Spätestens bei Karikaturen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble scheint jedoch der große Spaß auch für sie aufzuhören.

Ein einfache Karikatur, in der der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Wehrmachtsuniform dargestellt wird, sorgt nun für großen Ärgern. Schäubles Sprecher Martin Jäger ist derart über die in der Parteizeitung der griechischen Regierungspartei „Syriza“ veröffentlichte Karikatur verärgert, dass er die Zeichnung als „widerwärtig“ bezeichnet. Der Autor solle sich „schämen“.

In der veröffentlichten Karikatur werden Schäuble folgende Worte in den Mund gelegt: „Wir bestehen darauf, Seife aus Eurem Fett zu machen.“ Und: „Wir diskutieren nur über Düngemittel aus Eurer Asche.“

Unterstützung bekommt der Sprecher des Bundesfinanzministers vom CDU-Bundestagsabgeordneten Jan-Martin Luczak, der sich über Twitter auch über die „unerhörte griechische Karikatur“ beklagt. Doch dabei sei es keinen Monat her, dass Luczak sich ebenfalls via Twitter über die Solidaritätsdemos nach dem Attentat auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ gefreut hatte, schreibt Thomas Krause über den widersprüchlichen Aufreger des Politikers in der Online-Ausgabe des Stern-Magazins.

„Vor vier Wochen also forderte auch die CDU von Muslimen ein, Satire und Karikaturen auszuhalten. Doch wenn Wolfgang Schäuble von einem Karikaturisten aufs Korn genommen wird, will man das in der CDU offenbar nicht hinnehmen“ schreibt der Stern-Autor weiter.

Es sei nicht der erste und werde auch nicht der letzte Nazi-Vergleich sein, den deutsche Politiker zu sehen bekämen. Wer ernsthaft für freiheitliche Werte einstehen wolle, müsse, auch wenn man es geschmacklos finde, dies aushalten können, so Krause. „Sonst legt man eine Doppelmoral an den Tag wie einige Herren von der CDU“,

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