Empörung über Erdoğan-Karikatur in einem Schulbuch

Empörung über Erdoğan-Karikatur in einem Schulbuch

Wenn Staatspräsident Erdoğan nach Deutschland reist, braucht er keinen freundlichen Empfang zu erwarten – zumindest nicht außerhalb des offiziellen Rahmens. An Hitlervergleiche, Drohungen und Beleidigungen, die im Vorfeld seines Besuches regelmäßig stattfinden, haben sich viele Türkischstämmige zähneknirschend gewöhnt.

Doch für viele geht nun ein aktueller Fall aus Friedrichshafen, ob seiner Geschmacklosigkeit, zu weit.

Ein Wirtschaftsbuch für Schüler eines Gymnasiums soll eine Karikatur beinhalten, die den türkischen Staatspräsidenten Erdoğan als einen angeketteten Hund abbildet, berichtet die «Postgazetesi».

Weniger die Karikatur an sich, sondern die Abbildung in einem Schulbuch empört viele, so Nuri Ay, Vorstand eines türkischen Vereins. Solch integrationskritisch wirkenden Karikaturen seien in Zeitungen üblich, jedoch dürfe ein Bildungssystem diese nicht aufgreifen, um selber Hass in Jugendliche Köpfe zu säen. «Politisch motivierte Hasskarikaturen haben nichts in unseren Schulbüchern zu suchen», zitiert die in Deutschland erscheinende «Postgazetesi».

Die Karikatur soll erstmals in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zum 50. Jahrestag der türkischen Zuwanderung abgedruckt worden sein. «50 Jahre Türken in Deutschland: Eine Erfolgsgeschichte.», so der Titel.

Auch der ehrenamtliche Imam der Überlingen-Moschee kritisiert die Abbildung der Karikatur aus dem Lehrbuch. Er wolle nicht, dass in der Schule seinen Kindern der türkische Staatspräsident in so einer geschmacklosen Art erklärt werde. Egal welche Differenzen und politische Meinung wir alle in Deutschland haben, er ist der Staatspräsident der Republik Türkei und wir als türkischstämmige Gemeinschaft in Deutschland erwarten von unserem Bildungsminister, dass er diesem Amt den nötigen Respekt entgegenbringt. So sei es eine würdelose Angelegenheit, die niemandem, besonders dem deutschen Bildungsministerium, nicht zur Ehre gereichen würde.

Der Verkauf dieses Buches laufe weiter. Türkische Bürger fordern den Verkaufsstopp.

 

Bericht «Postgazetesi»

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