Der «Heilige Genozid» an palästinensischen Kindern

Der «Heilige Genozid» an palästinensischen Kindern

Petr Papousek, Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses hat es beschlossen: Linke und europäische Muslime, die sich gegen das sinnlose Morden in Gaza aussprechen, sind «Antisemiten». Sie sollen gefährlicher sein, als die nationalsozialistische Gesinnung, die für den brutalen Völkermord an Millionen von Juden, verantwortlich ist.

Die wenigen mutigen Kritiker dieser zionistisch- faschistischen Politik der israelischen Regierung sollen mit solchen Vorstößen mundtot gemacht werden. Mit allen verfügbaren Mitteln, sei es Medienmacht, Politik und Kapital wird während des Genozids an den Palästinensern, nach dem Motto «Angriff ist die beste Verteidigung» eine Gegenkampagne gestartet. Wir erleben auf eine traurige Art und Weise, wie perfide und schamlos die brutalen Naziverbrechen als Rechtfertigung des israelischen Völkermordes an den Palästinensern benutzt und ausgeschlachtet wird.

Der «Heilige Genozid»

Die israelische Bodenoffensive mit absolut unverhältnismäßiger militärischer Macht ist nicht nur brutal. Sie ist unheimlich und grausam, weil Kinder, Frauen, Zivilisten ohne Differenzierung, das Ziel eines übermächtigen und von allem Rechtsbewusstsein verlassenen Militärapparats sind. Nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam falle durchschnittlich jede Stunde ein Kind den Kämpfen zum Opfer.

Um diese Brutalität verstehen zu können, muss man die Worte des faschistischen Autors Yochanan Gordon analysieren. Er schreibt am Freitag in «Times of Israel»: «Für eine heilige Mission ist es legitim, nicht nur die Hamas, sondern komplett alle Frauen, Kinder und unschuldige Zivilisten zu vernichten». Dieser Genozid-Aufruf von Gordon zeigt unverhüllt die Abgründe in der sich die israelische Regierung bewegt. Nichts anderes als die Umsetzung dieses Aufrufes geschieht aktuell in Gaza.

In Deutschland, wo bis heute wegen der historischen Schuld an der Schoah ein vorsichtiger Umgang mit Kritik an israelischer Nahost-Politik gepflegt wird, werden nun anhand solcher Aufrufe zum Völkermord, Stimmen aus dem linken Lager laut, die gerade wegen ihrer historischen Verantwortung heraus, es als ihre Aufgabe betrachten Israel vor Faschismus zu schützen.

Jüdischer Weltkongress relativiert Holocaust

Und diese Menschen, seien es linke Bürger, Menschenrechtler, Politiker, Friedensaktivisten oder europäische Muslime, werden in absurder Weise zur Zielscheibe israelischer Faschisten. Die Menschen, die vor Rassismus warnen, seien «gefährlicher als Nazis». In den letzten Jahren haben wir uns oft über den Holocaust relativierende Aussagen empört, aber einen, in diesen Ausmaßen, den Holocaust relativierenden Vorwurf und das vom «Jüdischen Weltkongress», hätten sich viele in ihren schlimmsten Albträumen nicht ausdenken können.

Wenn der Jüdische Weltkongress schon keinen Respekt vor den toten Kindern in Gaza hat, sollte er zumindest aus Respekt vor den Opfern der Nazi-Diktatur mit solchen infamen Antisemitismusvorwürfen vorsichtig umgehen.

Islamhetze

Es ist erschreckend zu beobachten, wie schnell die Hetzkampagne gegen Linke und Muslime auf fruchtbaren Boden fällt. Parallel zum Massenmord an Muslimen und Christen in Gaza, wurde eine öffentliche Antisemitismus-Kampagne angestoßen, mit dem Ziel Muslime auszugrenzen, zu verunglimpfen und in unserer Gesellschaft einen Islamhass zu schüren.

Beispielhaft für diese unwürdige Art von islamfeindlicher Hetze, ist der nur einige Tage vor Yochanan Gordons Aufruf zum Völkermord, veröffentlichte Artikel von Nicolaus Fest. Der stellvertretende Chefredakteur der «Bild am Sonntag (BamS)» unterstellte am Sonntag in der «BamS» allen Muslimen Rassismus, Frauenfeindlichkeit und antisemitische Pogrome. Zudem legt er dem Staat nahe, asylsuchende Muslime zu diskriminieren und auszugrenzen. Auch wenn der direkte diskriminierende Ton unübertrefflich ist, steht er mit seiner islamfeindlichen Gesinnung nicht alleine da. Auch in der Welt und der FAZ erschienen in den letzten Tagen ähnliche Beiträge die «Türken und arabischstämmige» unter Generalverdacht stellten.

Obwohl mit dem Text der Staat aufgerufen wurde Muslime zu diskriminieren und auszugrenzen, obwohl Milliarden von Muslimen Rassismus und Antisemitismus vorgeworfen wurde, hat der Autor keine Konsequenzen zu befürchten. Er wird weiterhin Hasskommentare schreiben dürfen.

Hätte ein anderer in Deutschland einen gleichen Kommentar geschrieben und das Wort «Islam» durch Judentum oder Christentum ersetzt, wäre er keinen Tag länger in dieser Funktion als stellvertretender Chefredakteur geblieben. Diese Doppelmoral, diese Diskriminierung der Muslime, diese Toleranz gegenüber «Islam-Hass» macht viele Muslimen Angst.

Weder sind Muslime Antisemiten, noch frauenfeindliche Rassisten. Muslime wollen nur Frieden. Frieden in Palästina, Frieden in Syrien, Frieden in Xinjiang(China), Frieden in Arakan (Myanmar).

Asiye Bilgin

Asiye Bilgin

Die Autorin, Asiye Bilgin, geb. in Essen, ist Dipl.-Kauffrau und Promotionsstudentin. Asiye Bilgin ist stellvertretende Vorsitzende der Brüsseler Niederlassung der in der Türkei regierenden AK-Partei.

KEINE KOMMENTARE